Aktuelles

Oktober / November die Sonne tritt in das Zeichen Skorpion

Vom 23. Oktober bis zum 21. November leben wir in der Skorpion-Energie.

In den vergangenen Monaten waren die Lebensenergien auf die Beständigkeit und die Vielfalt der Materie in den verschiedensten Formen ausgerichtet. Doch jetzt, im Zeichen des Skorpions, bescheren uns die gleichen Kräfte die Vergänglichkeit und das Sterben. Sie zerstören die Illusion von ewigen Dasein und einer Sicherheit, die uns die Materie schenken könnte. Alles was wir uns mühsam aufgebaut haben, die ach so logische Vernunft, unsere Bestrebungen das Leben funktionell in den Griff zu bekommen… das alles gerät ins Wanken.

“Ich hab´ ein Rendezvous mit dem Tod,
An einer Grenze, um die wir ringen,
Wenn Frühlingstage Schatten bringen,
Die Luft vom Duft der Apfelblüten schwer.
Ich hab´ ein Rendezvous mit dem Tod,
Zur sonnigen Frühlingstage Wiederkehr.

Vielleicht nimmt er mich bei der Hand
und führt mich in sein dunkles Land.
Meine Augen verschlossen, mein Atem in Not.
Vielleicht geh ich still an ihm entlang.
Ich hab´ ein Rendezvous mit dem Tod
An eines zerklüfteten Hügels furchigem Hang,
Wenn der Frühling wiederkehrt
Und erste Wiesenblumen beschert.

Gott weiß, schöner wäre es, ich darf
gebettet auf Seide ruhn, die duftende Daunen hat.
Wo die Liebe wird zu seligem Schlaf, Herzschlag an Herzschlag,
Atem an Atemganz dicht,
wo leises Erwachen Glück verheißt.#

Doch der Tod wartet auf mich
um Mitternacht, in einer flammenden Stadt,
Wenn der Frühling gen Norden reist.
Was ich mir schwor, das halte ich –
Mein Rendezvous vergess´ ich nicht.“

               Alan Seeger (1888 – 1916)


September / Oktober die Sonne tritt in das Zeichen Waage

Vom 23. September bis zum 22. Oktober leben wir in der Waage-Energie.  

Der Sommer hat sich nun endgültig verabschiedet und die Natur verändert sich. Zwar zeigt sich das Laub bunt und voller Wärme, die Bäume bieten noch einmal alles auf… Doch schon der nächste Windstoß kann die ganze Farbenpracht hinweg fegen. In der Waage-Zeit erleben wir die Vorboten der Endlichkeit. Wie können wir den Moment festhalten?
Die Gewissheit des Vergänglichen öffnet uns für das was nicht unbedingt notwendig ist, was nicht nur nützlich ist sondern dem Wohlgefühl, dem Ausgestalten des Daseins dient. Wir suchen einen Ausgleich für den Abschied, der in der Natur spürbar ist. Dazu zählt alles was den harmonischen Umgang mit den Dingen und den Mitmenschen ermöglicht. Die Kunst und die Ästhetik können u. a. dazu beitragen. Es ist jetzt die Zeit des kultivierten Geschmacks, der gepflegten Gespräche, des Flirtens, der Suche nach Gemeinsamkeit und Partnerschaft. Wir sehnen uns nach der Schwerelosigkeit des Lebens und erfahren diese unter anderem im Tanz.

“Dank sage ich der Erde,
weil sie mich erwartet hatte,
zur Stunde, da Himmel und Weltenmeer
wie zwei Lippen sich vereinen,
denn es ist nicht wenig, nicht wahr? Gelebt zu haben…“
                                                                  (Pablo Neruda)